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Berichterstattung rund um Solingen 24h live
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Jun

24 Stunden live am Rathaus eröffnet

Solinger Morgenpost vom 4. Juni 2016, von Uwe Fetter

Der Verwaltungschef zeichnete ehrenamtliche Flüchtlingshelfer aus und bedankte sich bei Rat­haus-Mitarbeitern.

Der Platz auf dem Rathaus füllte sich gegen 15 Uhr immer mehr. Die Band „Ern Brass“ sorgte für musika­lische Unterhaltung, es gab Würst­chen und Getränke. Aus dem Oldti­mer-Bestand der Feuerwehr wurde eine Rundhauber-Drehleiter ausge­fahren, auch das Spielmobil der Stadt war aufgebaut. „Normaler­weise ist um diese Zeit nicht mehr so viel los im oder am Rathaus“, sag­te Oberbürgermeister Tim Kurz­bach. Doch gestern Nachmittag schon: Denn der Verwaltungschef eröffnet zusammen mit dem Kreis­sprecher der Wirtschaftsjunioren, Fatih Kazanci, das stadtumfassende Event Solingen 24 Stunden live mit über 30 Aktionen, die zum Teil bis zum heutigen Samstag, 15 Uhr, an­ geboten werden. Rund um die Uhr ist beispielsweise von gestern, 15 Uhr, bis heute, 15 Uhr, das Lau­rel & Hardy-Museum im Walder Kotten geöffnet.

Bei der siebten Auflage der alle zwei Jahre stadtfindenden Veran­staltung mit dabei war jetzt erstmals das Rathaus. „Es gibt aber nicht nur 24 Stunden Solingen live zu feiern“, sagte Tim Kurzbach, ,,sondern da­rüber hinaus noch den Einsatz von ehrenamtlichen Flüchtlingshel­fern.“ überdies wurde eine Ausstellung zum Thema „Krieg, Flucht und Ankommen“ im Rathaus eröffnet. Hier wurden drei Skulpturen ent­hüllt – eine von der Jugendhilfe­werkstatt. Dr. Beate Battenfeld vom Bergischen Geschichtsverein führte Interessierte im Rahmen von 24 Stunden Solingen live durch das alte und das neue Rathaus.

Mit Blick auf die Flüchtlingssituation am 21. Oktober 2015 – damals trat Kurz­bach sein Amt als Oberbürgermeis­ter an – befand sich die Stadt noch „im Krisenmodus“. Große Anstren­gungen innerhalb der Verwaltung seien unternommen worden – dafür dankte Kurzbach den Rathaus-Mit­arbeitern: „Die haben Großartiges geleistet. Aber ohne das großartige zivilgesellschaftliche Engagement hätten wir es nicht geschafft“, lobte Kurzbach auch die ehrenamtlichen Helfer. Stellvertretend für alle zeich­nete er im Beisein von NRW-Minis­terin Sylvia Löhrmann unter ande­rem die Flüchtlingshilfe Solingen, das DRK, das Netzwerk Krahenhöhe sowie den Felix Kids Club für ihren ehrenamtlichen Einsatz mit kleinen Stickern mit der Aufschrift „Solin­gen solidarisch“ aus. „Zusammen sind wir ein starkes und buntes So­lingen“, sagte Kurzbach, der auch erzählte, dass sein Großvater 1945 selbst ein Flüchtling war. „Und sein Enkel ist nun Oberbürgermeister.“

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Foto: © Leon Sinowenka, 2016

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