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Berichterstattung rund um Solingen 24h live
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Jun

24 Stunden reichen nicht für alle Besuche

Solinger Tageblatt vom Samstag, 4. Juni 2016

32 Angebote in der ganzen Stadt. ST-Reporter Michael Kremer hat sich umgeschaut.

24 STUNDEN LIVE Nach dem Startschuss fällt die Auswahl schwer. Stadt nutzt den großen Rahmen zur Ehrung von Ehrenamtlern.

Mit einem Handschlag hat gestern auf dem Rathaus-Parkplatz ein Programm begonnen, das über zwei Tage verteilt einen Einblick ins Solinger Innenleben gewährte. Nach dem Abklatschen von Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD) und Fatih Kazanci, Kreissprecher der Wirtschaftsjunioren, standen – und stehen heute noch – bei 32 Betrieben, Verbänden und Einrichtungen die Türen für Besucher offen, um „Solingen 24 Stunden live“ zu erleben.

„Es ist viel los“, fasste Kurzbach die kommenden Stunden zusammen. Deren Ablauf hatten die Wirtschaftsjunioren organisiert. Ihnen galt der erste Dank und der Beifall des Publikums. Die Besucher mussten sich fortan entscheiden, hinter welche Türen sie blicken wollten. Denn alle Angebote sind beim besten Willen in 24 Stunden nicht zu schaffen.

Viele entschieden sich für das Naheliegende und begleiteten zunächst Dr. Beate Battenfeld vom Bergischen Geschichtsverein bei ihrer historischen Führung durch das alte und neue Rathaus. Sie endete im Büro des Oberbürgermeisters. Da war nichts los. Kurzbach war nicht da. Er musste noch im Altbau die Ausstellung „Dass ich da stehe und weine“ über Krieg, Flucht und Ankommen eröffnen und das Flüchtlingsmahnmal der Jugendhilfewerkstatt enthüllen.

ST-Leser diskutieren über Pressefreiheit und Aktualität

Mehr los war an der Mummstraße. Beim Tageblatt informierten sich etwa 20 Leser über die Arbeit im Medienhaus. Verleger Michael Boll, Chefredakteur Stefan M. Kob und Andreas Tews, Lokalchef der Redaktion, standen ihnen zwei Stunden lang Rede und Antwort. Dabei spielten Themen wie die Pressefreiheit oder die Aktualität und der damit verbundene Zeitdruck in der Redaktion eine Rolle. Anschließend besichtigten die ST-Leser die große Druckerei in Düsseldorf, in der das ST Nacht für Nacht gedruckt wird.

Gedruckt, oder besser geprägt, wird auch bei der Klingenherstellung. Mit der Signierung endet der Produktionsablauf bei der Carl Mertens International GmbH am Krahenhö-her Weg. Dort können die Besucher laut Vertriebsleiter Marcel Peters „den Fabrikgeruch in der Produktion wahrnehmen“. Für ihn ist die Teilnahme bei „24 Stunden live“ aus zwei weiteren Gründen wichtig: „Die Besucher lernen die Menschen hinter den Produkten kennen und den Wert der Messer und Bestecke besser schätzen.“
Auf eine nachhaltige Wirkung zielt auch das Angebot im Autohaus Schönauen, Kottendorfer Straße, bei der ersten 24-stündigen Teilnahme ab: Alle Besucher können an einem Pannenkurs teilnehmen.„Wir zeigen, was der Fahrer selber vornehmen kann, und was er besser dem Fachmann überlässt“, sagt Senior-Chef Franz-Josef Schönauen. Bei den heutigen Pannenkursen sind noch Plätze frei. Sie beginnen jeweils zur vollen Stunde.

Keinen Platz gibt es mehr in den Werkstätten auf dem Gelände von Marmor Pauly an der Brühler Straße. Armin Pauly sowie die selbstständigen Steinmetzmeister Georg Staubes und Hartmut Hegener haben ihre Arbeitsplätze in Galerien verwandelt. Die Bildhauer Staubes und Hegener zeigen auch eigene Arbeiten, bei Pauly hängen Bilder von Carsten Weck, der erstmals seit 2008 wieder in seiner Heimatstadt ausstellt.

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Foto: © Sonja Kleffner, 2016

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